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Powertage 2010
09.12.09
Rückblick des ersten Kunden- und PoolPartnertages der Energie Pool Schweiz AG vom 17. November 2009
16.11.09
CREM-Workshop „Stromhandel in der Schweiz: Rahmenbedingungen und Preisentwicklung im liberalisierten Strommarkt“
19.06.09
Review Workshop "Netztarifkalkulation 2010 + Stromeinkauf 2010+" vom 18. Juni 2009 in Zürich

Energiepool Schweiz AG

Review Workshop "Netztarifkalkulation 2010 + Stromeinkauf 2010+" vom 18. Juni 2009 in Zürich

19.06.09

Am 5. schweizerischen Seminar zur Netzregulierung und Strombeschaffung vom 18./22. Juni 2009 in Zürich/Lausanne diskutierte Willy Bischofberger, Geschäftsführer, Renaud Monnin, Directeur Suisse Romande, Charles Girardier, Leiter Netzwirtschaft und Erik Füssgen, Leiter Energiewirtschaft, mit den 31 anwesenden PoolPartnern und Teilnehmern über die aktuellen Erfahrungen im Bereich Netzwirtschaft (Tarifkalkulation 2010, Unbundelte Netzjahresrechnung, Netzeffizienzvergleich durch Regulator) und Energiewirtschaft (Stromeinkauf für Verteilungsunternehmen, Durchsetzung von Gestehungskosten). Dr. Sillaber, Leiter Verteilnetz der Innsbrucker Kommunalbetriebe, erläuterte seine Erfahrungen mit dem österreichischen Regulator.

Österreichischer Regulator drückte Netzpreise durchschnittliche 36% nach unten

Der österreichische Regulator ist zwar um Objektivität bemüht, er hat allerdings eine sehr kritische Prüfung der Kosten durchgeführt und massive Kostensenkungen erzwungen. Er hat die Netzkosten innerhalb von 9 Jahren (2000 bis 2009) um 36% gesenkt, je nach Unternehmen zwischen 2-5.5% pro Jahr. Widerstand war meist zwecklos: der Gerichtsweg wurde verkürzt (Instanzweg ist wie in der Schweiz ausgehebelt); 80% der Beschwerden auf höchster Gerichtsstufe wurden aus formalen Gründen abgeschmettert; von den 20% der behandelten Beschwerden bekam zu 95% der Regulator in den wesentlichen Punkten Recht; das Verfahren dauerte 3-5 Jahre; da die übrigen 5% der erfolgreichen Beschwerden bis zu 3 bis 5 Jahre rückwirkenden Tariferhöhungen führten, konnten diese Erhöhungen kaum mehr bei den Kunden eingefordert werden. Ein gutes Einvernehmen mit dem Regulator stellt einer der wichtigsten Erfolgsfaktoren bei dieser Marktöffnung dar, um in den Gesprächen sinnvolle Begründungen durchbringen zu können.

Wichtig beim Netzeffizienzbenchmarking sind das verwendete Modell und die Parameter

Österreich hat eine Mischung der Verfahren DEA-CRS und MOLS verwendet. Fast wichtiger aber ist die intelligente Wahl der erhobenen Parameter. Die folgenden sind relevant (kostentreibend) und werden erhoben: die Lastdichte und Versorgungsfläche (für Kosten der Umspannebene) und die Anschlussdichte (für Länge/Kosten der Netzebenen). Nicht berücksichtigt wurden die Firmengrösse, Verkabelungsgrad (ober-/unterirdisch), Zersiedelung, Versiegelung, mehrere Mittelspannungs-Ebenen, Energieabgabe pro Zählpunkt, Versorgungsdichte (Anzahl Zähler pro Versorgungsfläche), Höchstlast Trafostationen und die Anzahl Kunden.

Eine wichtiger Diskussionspunkt beim Übergang in die zweite Regulierungsphase (2006-2009 => 2010-2014) sind die Carry-Over, Windfall-Profits und die WACC-Erhöhung aufgrund der Finanzkrise (zwar tiefe Basiszinsen der Nationalbank, jedoch hohe Risikozuschläge bei Kreditvergabe durch Banken)

Regulierungsmanagement ist aufwendig

In Österreich beschäftigt ein mittelgrosser Verteilnetzbetreiber mit 800 GWh Jahresabsatz ca. 3 von 120 Mitarbeitern ausschliesslich mit Regulierungsfragen.

Tarifkalkulation 2010 in der Schweiz

Herr Girardier, Leiter Netzwirtschaft bei Energie Pool Schweiz AG erläuterte die anstehenden Neuerungen sowie die Wichtigkeit der Tarifkalkulation 2010. Wichtig sind nach wie vor die Vermeidung des Malus von 20% durch reelle statt synthetische Netzbewertung, die Möglichkeit zur Verwendung des höheren WACC von 4.55% statt 3.55%, die erstmalige Publikation der Netzjahresrechnung sowie die überlegte Vorbereitung beim Ausfüllen des Formulares für das kommende Benchmarking des Regulators.

Prüfen Sie Ihre Kosten und Ihre Effizienz bevor der Regulator es für Sie tut

Die nach und nach entstehende Informationsasymmetrie zwischen Wissen des Regulators (Kostenübersicht über alle Verteilnetzbetreiber, Einholung diverser Netzkennzahlen) und das Wissen eines Verteilnetzbetreibers (isolierte Sicht seiner Kostensituation) muss durch einen intensiveren Informationsaustausch zwischen Verteilnetzbetreiber. EnergiePool bietet deshalb allen Partnern und Kunden als Dienstleistung die Möglichkeit seine Netzkosten dem Durchschnitt aller vergleichbaren Verteilnetzbetreiber gegenüberzustellen.

Das Wissen und Verstehen weshalb und wofür Netzkosten im Netzbetrieb, Unterhalt und Ausbau entstehen und die Fähigkeit, diese Kosten unter Bewahrung der Versorgungsqualität zu mindern, stellen eine Kernkompetenz des Verteilnetzbetreibers in Zukunft dar. Sowohl Effektivität als Effizienz müssen kritisch überprüft und ggf. verbessert werden. Der Aufbau eines Asset-Managements stellt daher aus Sicht des EnergiePools eine dringende Notwendigkeit dar.

Stromeinkauf, Durchsetzen von Gestehungskosten

Beim Stromeinkauf 2010+ bei Schweizerischen Verteilungsunternehmen ist der wichtigste Hebel das Durchsetzen von Gestehungskosten, damit die Price-Squeeze Problematik verhindert werden kann und den Lieferant keine Gewinne ermöglicht werden, welche zum Aufkaufen des eigenen Unternehmens verwendet werden. EnergiePool stellte ein zielgerichtetes Vorgehen vor, wie diese Gestehungskosten in der Vorliegerkette durchgesetzt werden können (ohne Zuhilfenahme von Art.4 StromVV).

 

Feedback der Teilnehmer:

„Interessante Themen - Sehr gute und professionell präsentiert “, AET

„Sehr fundierte Vorträge – Erfahrungen aus Österreich sehr lehrreich, vor allem da trotz Preisreduktion kein Netzbetreiber eingegangen ist“, LKW Liechtenstein

„Aktuelle Themen, gute Aufarbeitung, besonders Referat aus Österreich als Basis für zukünftige Aktivitäten“, Energie March Netze AG

„Gute Übersicht über die Marktsituation und gute Austauschmöglichkeiten zwischen den Teilnehmern“, Romande Energie

„Anschauliche Präsentationen und gute Synthese“, CIMO SA

„Sehr interessante Präsentationen und gepflegte Kursunterlagen“, SIG